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FAHRWERKSTEILE-GLOSSAR

Achsschenkel

Auch bekannt als: Radträger, Achszapfen, Achsstummel, Lenkhebel (für den Lenkarm am Achsschenkel; englisch: knuckle arm). An Hinterachsen heißt das entsprechende nicht gelenkte Bauteil meist Radträger.

Definition

Der Achsschenkel (auch Radträger oder Achszapfen) ist das geschmiedete oder gegossene Bauteil an jedem Vorderrad, das Radnabe und Radlager trägt und beim Lenken mit dem Rad mitschwenkt. Hier treffen Fahrwerk und Lenkung zusammen: Die Querlenker greifen über Kugelgelenke (oder bei älteren Starrachsen über einen Achsschenkelbolzen) an ihm an, der Spurstangenkopf verbindet sich mit seinem Lenkhebel, und meist ist auch der Bremssattel daran verschraubt. Schiebt die Spurstange den Lenkhebel des Achsschenkels, schwenkt der gesamte Achsschenkel um die Lenkachse, und das Rad lenkt ein.

Funktionsweise

Der Lenkdrehpunkt

Das obere und das untere Kugelgelenk – bei MacPherson-Federbeinachsen das Federbeinstützlager und ein unteres Kugelgelenk, bei einer Starrachse ein Achsschenkelbolzen – bilden die Lenkachse. Der Achsschenkel dreht sich um diese Achse, wenn das Rad eingelenkt wird.

Der Lenkhebel

Ein Hebel am Achsschenkel, angeschmiedet oder angeschraubt, nimmt den Spurstangenkopf oder die Lenkschubstange auf. Seine Länge und sein Winkel legen die Lenkgeometrie fest, einschließlich des Ackermann-Effekts, der das kurveninnere Rad stärker einschlagen lässt.

Der Kraftfluss

Der Achsschenkel leitet Radlasten, Bremsmoment und Kurvenkräfte von der Nabe in die Fahrwerkslenker – deshalb ist er ein schweres Schmiede- oder Gussteil und keine leichte Konsole.

Aufbau

Achsschenkel bestehen aus Schmiedestahl, Gusseisen oder, bei leichteren Fahrzeugen, aus Aluminiumguss oder Schmiedealuminium. Sie haben eine Bohrung oder einen Flansch für Nabe und Radlager, konische Bohrungen oder Klemmungen für die Kugelgelenkzapfen, einen Lenkhebel mit konischer Bohrung für den Spurstangenkopf sowie Befestigungspunkte für den Bremssattel und oft einen ABS-Sensor.

Typische Verschleißsymptome

Achseinstellung nicht möglich
Nach einem Bordsteinkontakt bringt ein verbogener Achsschenkel oder Lenkhebel Sturz oder Spur auch mit neuen Spurstangen und Lenkern nicht in die Vorgabe.
Schiefziehen oder ungleichmäßiger Reifenverschleiß nach einem Aufprall
Ein verbogener Achsschenkel verändert die Radwinkel dauerhaft.
Zapfen lockert sich immer wieder
Eine beschädigte oder ausgeschlagene konische Bohrung hält den Zapfen eines Kugelgelenks oder Spurstangenkopfs nicht fest.
Radlagergeräusche
Meist liegt es am Lager selbst; der Achsschenkel wird nur ersetzt, wenn die Lagerbohrung beschädigt ist.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Achsschenkel dasselbe wie ein Achszapfen?

Die Begriffe werden oft gleichbedeutend verwendet. Genau genommen ist der Achszapfen der Stummel, auf dem das Radlager läuft; bei vielen Lkw mit Hinterradantrieb ist er mit dem Achsschenkel zusammen geschmiedet, sodass das ganze Teil Achszapfen heißt.

Was ist mit dem Achsschenkel verbunden?

Die Kugelgelenke der Querlenker (oder ein Federbein und ein unteres Kugelgelenk), der Spurstangenkopf oder die Lenkschubstange am Lenkhebel, Radnabe und Radlager, der Bremssattel und oft ein ABS-Sensor.

Lässt sich ein verbogener Achsschenkel reparieren?

Nein, er sollte ersetzt werden. Ein Achsschenkel ist ein sicherheitsrelevantes Schmiede- oder Gussteil, und Richten oder Schweißen kann Risse verdecken.

Woran erkenne ich, dass ein Achsschenkel beschädigt ist?

Nach einem Aufprall deuten eine Achseinstellung, die sich nicht in die Vorgabe bringen lässt, ein nicht mittiges Lenkrad oder ein Schiefziehen, das auch nach dem Einbau neuer Spurstangen und Lenker bleibt, darauf hin. Eine Werkstatt kann den Achsschenkel gegen die Vorgabe vermessen.

Muss ich nach dem Austausch eines Achsschenkels die Achse vermessen lassen?

Ja. Ein neuer Achsschenkel verändert Sturz und Spur, daher muss die Achseinstellung geprüft und eingestellt werden.

Beispiele für OE-Nummern

Externe Quellen

Unabhängige technische Quellen (auf Englisch) zur Vertiefung. SLOOPZONE steht in keiner Verbindung zu diesen Herausgebern.

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